Mehr Eltern wünschen 35 Stunden Betreuung in Leverkusens Kitas
Mehr Eltern wünschen 35 Stunden Betreuung in Leverkusens Kitas, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

In der rheinischen Stadt Leverkusen zeigt eine aktuelle Elternbefragung klare Verschiebungen beim Bedarf an Kita-Betreuung. Viele Familien wünschen kürzere Wochenzeiten. Das vorhandene Angebot passt jedoch nur teilweise. Die Stadtverwaltung erkennt strukturelle Grenzen. Gleichzeitig verändern sinkende Kinderzahlen die Ausgangslage. Weitere kommunale Themen rund um Familie und Bildung finden sich mehr hier.

Inhaltsverzeichnis

Leverkusen Betreuungszeiten Statistik

66 Prozent der angebotenen Plätze im laufenden Kindergartenjahr entfallen auf 45 Stunden pro Woche. Der Wunsch der Eltern liegt hier nur bei 37 Prozent. 44 Prozent der Familien bevorzugen 35 Stunden Betreuung, verfügbar sind aber lediglich 18 Prozent. Beim Modell mit 25 Stunden ist die Differenz geringer. Der Bedarf liegt bei 19 Prozent, das Angebot bei 16 Prozent.

Die Zahlen beziehen sich auf das Kindergartenjahr mit Start am 1. August. Vor allem bei Kindern unter drei Jahren fehlen Plätze. Der U3-Bereich bleibt der größte Engpass. Die Diskrepanz besteht seit mehreren Jahren. Ähnliche strukturelle Herausforderungen zeigt auch der Streit um Finanzierung der Jugendarbeit.

Irina Prüm Bündnis 90 Die Grünen

Nach Vorstellung der Ergebnisse im Ausschuss für Kinder und Jugendhilfe äußerte Irina Prüm deutliche Kritik. Sie gehört zu Bündnis 90 Die Grünen. Die Politikerin bemängelte, dass trotz bekannter Zahlen keine wirksamen Änderungen erfolgt seien. Ihre Ablehnung blieb die einzige Gegenstimme.

Andere Fraktionen und Verbandsvertreter zeigten Verständnis für die Erläuterungen der Verwaltung. Diese kamen von Sabine Jarosch aus dem Jugendamt. Sie ist dort für Kinderbetreuung zuständig. Investitionen in Bildungsinfrastruktur wie die neue Cafeteria an der Wupper-Schule gelten dabei als ergänzender Faktor.

Sabine Jarosch Gruppenplanung

Der geplante Abbau des Überhangs bei 45-Stunden-Plätzen ist vorgesehen, aber komplex. Sabine Jarosch erklärte dazu wörtlich: „Wir haben uns das etwas einfacher vorgestellt“. Änderungen seien nur auf Gruppenebene möglich. Einzelne Plätze könnten nicht flexibel angepasst werden.

Hinzu kommen personelle und finanzielle Aspekte. Eine Reduzierung der Stunden betrifft ganze Teams. Diese müssten neu zusammengesetzt werden. 35-Stunden-Plätze sind für Eltern günstiger als 45-Stunden-Angebote. Das wirkt sich direkt auf die Kita-Finanzierung aus. Manche Eltern behalten daher längere Zeiten, um einen Platz zu sichern.

  • 45-Stunden-Plätze überwiegen im Angebot
  • 35-Stunden-Plätze sind deutlich unterrepräsentiert
  • Umwandlungen betreffen immer komplette Gruppen

Marc Adomat Kinderzahlen

Die Rahmenbedingungen könnten sich in den nächsten Jahren verändern. In Leverkusen sind aktuell 380 Kinder weniger gemeldet als im Vorjahr. Für die kommenden fünf Jahre wird ein weiterer Rückgang prognostiziert. Bereits im Kindergartenjahr 2026/27 soll es bei Kindern über drei Jahren keinen Mangel mehr geben.

Anders stellt sich die Lage bei den Jüngeren dar. Rechnerisch fehlen 770 U3-Plätze. Dezernent Marc Adomat sagte dazu: „Noch ist ein Defizit da“. Er ergänzte wörtlich: „Das Elternverhalten ändert sich, da spielt auch die wirtschaftliche Situation eine Rolle.“ Nicht alle Eltern nutzen den Rechtsanspruch für Ein- oder Zweijährige.

  1. 38 städtische Kitas
  2. 47 Kitas in freier Trägerschaft

Der Bedarf an Betreuung für Kinder unter drei Jahren konnte bislang stets gedeckt werden. Die Entwicklung der Kinderzahlen bleibt dabei ein entscheidender Faktor.

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FAQ

Warum wünschen viele Eltern 35 Stunden Kita-Betreuung?

Viele Eltern bevorzugen 35 Stunden Betreuung pro Woche, da dieses Modell besser zu Arbeitszeiten, Teilzeitbeschäftigung und familiären Strukturen passt.

Wie verteilt sich das aktuelle Betreuungsangebot in Leverkusen?

66 Prozent der Plätze sind auf 45 Stunden ausgelegt, während nur 18 Prozent der verfügbaren Plätze eine Betreuung von 35 Stunden anbieten.

Wo liegt das größte Problem bei den Kita-Plätzen?

Der größte Engpass besteht im U3-Bereich, also bei Kindern unter drei Jahren, da hier rechnerisch mehrere hundert Plätze fehlen.

Warum lassen sich 45-Stunden-Plätze nicht einfach reduzieren?

Umwandlungen sind nur auf Gruppenebene möglich, betreffen Personalstrukturen und haben finanzielle Auswirkungen auf die Kita-Finanzierung.

Welche Rolle spielen sinkende Kinderzahlen?

In Leverkusen sind aktuell 380 Kinder weniger gemeldet als im Vorjahr, was langfristig zu einer Entspannung bei den Ü3-Plätzen führen kann.

Wie viele Kitas gibt es künftig in Leverkusen?

Im Kindergartenjahr 2026/27 gibt es 38 städtische Kitas und 47 Einrichtungen in freier Trägerschaft.

Quelle: RHEINISCHE POST, PATIZONET