Hohe Defizite belasten den Rettungsdienst in Leverkusen,
Hohe Defizite belasten den Rettungsdienst in Leverkusen, Pixabay/Foto illustrativ

Die Stadt Leverkusen steht vor einer massiven finanziellen Herausforderung. Der Rettungsdienst hat in sieben Jahren ein Defizit von fast 80 Millionen Euro verursacht. Um weitere Verluste zu verhindern, soll innerhalb der Verwaltung ein Team gebildet werden, das künftig die Gebühren neu berechnet.

Inhaltsverzeichnis:

Uwe Richrath und Andrea Deppe ohne öffentliche Stellungnahme

Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) und Dezernentin Andrea Deppe reagieren nicht mit Interviews, sondern nur schriftlich. Beide sehen sich mit wachsendem Druck konfrontiert. Das Risiko für die Stadt beträgt laut Angaben 78,9 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um Unterdeckungen der Jahre 2018 bis 2024 sowie Prognosen bis 2027.

Kritik von Milanie Kreutz und Stefan Hebbel

Deutlich kritischer äußern sich die Kommunalpolitiker.

  • Milanie Kreutz (SPD) bezeichnet die Lage als Katastrophe für Leverkusen. Seit 2021 fordere sie Auskünfte, ohne dass gehandelt wurde.
  • Stefan Hebbel (CDU), Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters, sieht Richrath in voller Verantwortung. Er verlangt Transparenz und eine sofortige Offenlegung aller Zahlen.

Jeden Monat verliert der Rettungsdienst rund 1,4 Millionen Euro.

Gebührenvergleich mit Düsseldorf und Köln

Die Stadt verweist auf strukturelle Probleme bei der Kalkulation. Im November 2018 wurde das Abrechnungswesen zur Feuerwehr übertragen. Der Aufbau von Fachwissen und die Datenbeschaffung dauerten lange.

Ein Vergleich zeigt die Unterschiede:

  1. In Düsseldorf kostet ein Rettungswageneinsatz pauschal etwa 1.000 Euro.
  2. In Köln liegt der Betrag über 600 Euro.
  3. In Leverkusen werden die Kosten im Viertelstundentakt berechnet. Für 15 Minuten Einsatz beträgt der Satz nur 76 Euro.

Da Notfalleinsätze oft kurz sind, entstehen geringe Einnahmen. Dieses Modell könnte einer der Hauptgründe für die hohen Verluste sein.

Risiko für die kommenden Jahre

Die Prognosen sind ernst. Sollte keine Lösung gefunden werden, muss die Stadt Leverkusen das Defizit vollständig abschreiben. Im schlechtesten Fall wären das fast 80 Millionen Euro, die den Haushalt zusätzlich belasten.

Die Verwaltung prüft nun verschiedene Maßnahmen:

  • Bildung eines neuen internen Teams für die Gebührenberechnung
  • Analyse der bisherigen Kalkulationsfehler
  • Anpassung des Abrechnungssystems an andere Städte

Konsequenzen für die Stadt

Ohne sofortige Anpassungen könnten die monatlichen Verluste von 1,4 Millionen Euro den Haushalt langfristig gefährden. Die Verantwortung liegt bei der Verwaltung und letztlich beim Oberbürgermeister. Ob die neu gebildete Einheit die Lage stabilisieren kann, bleibt abzuwarten.

 Quelle: WDR