Zwei Tage lang legen Beschäftigte des Essenslieferdienstes in drei Städten die Arbeit nieder. Heute demonstrieren die Fahrerinnen und Fahrer in Köln für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und bessere Bedingungen.
Inhaltsverzeichnis:
- Angst vor Stellenabbau bei Lieferando
- Forderungen der Gewerkschaft NGG
- Kundgebung in Köln
- Hintergrund der Auseinandersetzung
Angst vor Stellenabbau bei Lieferando
Im Juli hatte das Unternehmen angekündigt, bis Ende des Jahres rund 2.000 Stellen zu streichen. Betroffen ist unter anderem auch der Standort Leverkusen. Künftig sollen mehr Bestellungen über Mitarbeitende von Subunternehmen ausgeliefert werden.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt, dass der Stellenabbau von etwa 20 Prozent nur der Anfang sein könnte. Funktioniert die Zusammenarbeit mit Subunternehmen, könnten in den kommenden Jahren auch Fahrerinnen und Fahrer in Köln, Bonn und weiteren Städten ihre Arbeit verlieren. Lieferando widerspricht dieser Einschätzung. Laut einer Mitteilung sollen Subunternehmen „auf absehbare Zeit“ lediglich fünf Prozent der Bestellungen übernehmen.
Forderungen der Gewerkschaft NGG
Die Gewerkschaft verfolgt mehrere Ziele. Gefordert werden:
- 15 Euro Einstiegslohn pro Stunde
- sechs Wochen Urlaub im Jahr
- ein 13. Monatsgehalt
- Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit
- ein Sozialtarifvertrag mit Lieferando
Das Unternehmen lehnt einen Sozialtarifvertrag bislang ab. Es verweist auf den starken Wettbewerb durch Drittanbieter und hält einen „Insel-Tarifvertrag“ im aktuellen Marktumfeld für unrealistisch.
Kundgebung in Köln
Am Mittwoch ziehen Fahrerinnen und Fahrer aus Köln, Bonn und Leverkusen durch die Innenstadt von Köln. Sie wollen mit dem Demonstrationszug auf ihre Situation aufmerksam machen und ihre Forderungen bekräftigen. Dabei steht vor allem der Erhalt der Arbeitsplätze im Vordergrund.
Nach Angaben von Lieferando sind Einschränkungen für Kundinnen und Kunden nicht zu erwarten. Die meisten Bestellungen würden ohnehin direkt von Restaurants und deren eigenen Fahrerinnen und Fahrern ausgeliefert. Zusätzlich habe das Unternehmen die Kapazitäten für die betroffenen Schichten erhöht.
Hintergrund der Auseinandersetzung
Der Arbeitskonflikt verdeutlicht den Druck im Bereich der Essenslieferungen. Während die Beschäftigten um feste Anstellungen und geregelte Arbeitsbedingungen kämpfen, setzt das Unternehmen auf flexible Modelle mit Subunternehmen. Die Entscheidung über die Zukunft von rund 2.000 Fahrerinnen und Fahrern in Deutschland bleibt damit ein zentraler Streitpunkt.
Quelle: WDR