Arminia Bielefeld sorgt für eine Sensation. Der Drittligist schlägt Bayer 04 Leverkusen mit 2:1 und zieht erstmals ins DFB-Pokalfinale ein. Das Team von Michél Kniat überzeugte auf ganzer Linie. Bayer enttäuschte dagegen mit dem schwächsten Auftritt der Saison. Neben Selbstkritik sorgte auch der Zustand des Spielfelds für Diskussionen.
Inhaltsverzeichnis:
- Andrich und Alonso kritisieren Bayer-Leistung
- Fernando Carro kritisiert Platzverhältnisse
- Trockener Platz als taktischer Vorteil
- Feuerwerk sorgt für Unruhe vor dem Spiel
Andrich und Alonso kritisieren Bayer-Leistung
Nationalspieler Robert Andrich sprach im Anschluss von einem kompletten Versagen. Die Werkself habe „eine Menge falsch gemacht“, der Auftritt sei „das mit Abstand schlechteste Spiel der Saison“ gewesen. Trainer Xabi Alonso zeigte sich als fairer Verlierer. Auch er sah Arminia Bielefeld klar im Vorteil. „Sie haben besser gespielt“, erklärte er nach dem Spiel.
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger bestätigte diesen Eindruck. Laut ihm war Bielefeld näher am 3:1 als Leverkusen am 2:2. Die Statistik sprach ebenfalls klar für die Ostwestfalen. Laufleistung, Zweikampfquote und Chancenverwertung lagen deutlich über dem Niveau der Leverkusener.
Fernando Carro kritisiert Platzverhältnisse
Geschäftsführer Fernando Carro sah neben der eigenen Leistung auch äußere Einflüsse als mitverantwortlich für das Aus. Er kritisierte die fehlende Bewässerung des Rasens in der Schüco-Arena. „Das ist eine Frage der Regularien. Der DFB muss da durchgreifen“, so Carro gegenüber der „Bild“.
Arminia-Sportchef Michael Mutzel widersprach. Der Platz sei am Morgen des Spieltags gemäß Vorschrift gewässert worden. Eine Bewässerung direkt vor Anpfiff sei nie üblich. Im Gegenteil: „Dann haben wir ja einen Nachteil, wenn wir den Platz wässern“, sagte Mutzel. Diese Aussage erinnerte an eine Bemerkung von Trainer Kniat vor dem Spiel, wonach man „einen Aschenplatz bauen müsse“, um gegen Bayer eine Chance zu haben.
Trockener Platz als taktischer Vorteil
Ein trockener Rasen verlangsamt den Spielfluss. Für technisch starke Teams wie Leverkusen ist das ein Nachteil. Arminia nutzte diesen Effekt geschickt. Die Gastgeber standen kompakt, verteidigten diszipliniert und setzten immer wieder gefährliche Konter. Der Plan von Kniat ging auf. Das Spiel entwickelte sich nach seinen Vorstellungen.
Bayer konnte seine spielerische Überlegenheit nicht nutzen. Fehlpässe, Ballverluste und ungenaue Flanken prägten das Bild. Bielefeld dagegen wirkte entschlossener, konzentrierter und deutlich effizienter.
Feuerwerk sorgt für Unruhe vor dem Spiel
Schon in der Nacht vor dem Spiel kam es zu einem Vorfall. Unbekannte zündeten ein Feuerwerk neben dem Teamhotel von Bayer Leverkusen. Ob Spieler oder Trainer durch den Lärm gestört wurden, blieb offen. Die Polizei bestätigte, dass es sich um kein genehmigtes Feuerwerk handelte. Ein gezielter Versuch, das Team aus dem Rhythmus zu bringen, liegt jedoch nahe.
Trotz dieser Störfaktoren bleibt festzuhalten: Arminia Bielefeld war die bessere Mannschaft. Der Drittligist spielte mutig, clever und mit großem Einsatz. Leverkusen muss sich nach dem Aus voll auf die Liga konzentrieren. Die Titelträume im Pokal sind vorerst geplatzt.
Quelle: Kölner Stadt Anzeiger